2025 – wild, wacklig, pulsierend
In den letzten Tagen des Jahres mache ich mir traditionell Gedanken. Gedanken darüber, wie dieses Jahr eigentlich so war. Was ich mitnehme. Was sich verändert hat. Manchmal könnte ich einen Roman schreiben, manchmal reichen wenige Zeilen. Ich wage auch heute einen kleinen Blick in den Rückspiegel.
Jeder Monat bekommt einen Titel … (vielleicht auch eine Idee zum Nachmachen für dich?)
Let`s go …
1) Januar: Herbe Verluste und der hohe Preis des Reisens (Kuala Lumpur)
Oma stirbt. Nicht unerwartet. Es trifft mich hart. So viele Kilometer von Zuhause entfernt. Auf die Beerdigung kann ich nicht gehen, sehe nur Bilder davon. Trauere weit entfernt im 18. Stock in Kuala Lumpur. Der hohe Preis des Reisens, wenn du nicht bei deinen Liebsten sein kannst. In den guten Zeiten ist es erträglich, in schlechten Zeiten unerträglich.
Auch wenn KL unter diesem traurigen Zeichen steht, erinnere ich mich auch gerne an die schönen Tage dort. An das Wiedersehen mit Mandy, die geilste Bude, die wir je auf Reisen hatten, an einen Besuch bei Eliahs Hairstudio, das es leider nicht mehr gibt, an ein Essen beim Deutschen ums Eck mit David und Rachel, an unzählige Genki Sushi Völlereien. KL, wir sehen uns voraussichtlich im Mai wieder. Zum sechsten Mal oder so … (große Empfehlung für die Stadt).









2) Februar: Dick und aufgedunsen (Samui)
Ich verdränge, aber körperlich sieht man es: Ich bin so dick und aufgedunsen wie noch nie. Der Spagat zwischen Trauer und Funktionieren tut sein übriges. Sich rausnehmen als Selbstständiger? Schwierig. So mache ich einfach weiter. Was bleibt mir anderes übrig. Immerhin trägt mich Koh Samui durch diese schwere Zeit.
Das Wetter ist für Februar unerwartet schlecht. Aber wir machen das Beste daraus und feiern unser Cafe-Hopping. Mein erster Matcha Latte floppt (wer trinkt sowas?). Abends (sofern es nicht regnet) verbringe ich die Stunden mit Gustl, dem Hund, der in der Erdhöhle unter uns wohnt. Und lerne Kat kennen, die sich rührend um ihn kümmert. Kat kocht jeden Tag für Gustl. Ihre Worte: Herzliche Menschen verstehen sich.






3) März: Besondere Begegnung und Erdbeben (Samui / Bangkok)
Der März ist für mich geprägt von der viel zu kleinen, unpraktischen Wohnung und einem besonderen Kennenlernen. Maria gehört für mich zu diesem Monat. Bald hieß es wieder Abschied nehmen, wie so oft auf Reisen …
3 Tage Bangkok stehen im Kalender. Wir landen. Wir beziehen das Zimmer. Wir liegen im Bett. Und: Das Haus bewegt sich. Viel zu spät geht der Alarm los, wir laufen. Das ist wohl DER Tag 2025, der mir am meisten in Erinnerung und den Knochen bleiben wird. Stunden vergehen. Bis langsam Angst schwindet und die Normalität so halbwegs wieder einziehen kann.
Auf dieses Ereignis hin lege ich ein paar Tage den Fruaglismus ab und gönne mir – unter anderem das rote Kleid, das ich eigentlich nie kaufen würde … (das Leben kann kurz sein). Wir besichtigen die Stadt und verlieben uns ein bisschen in den KL-Vibe mit Thailand-Touch.








4) April: Letzte Kokosnüsse & immer wieder Aufprall (Canggu, Straubing)
Ein paar Wochen Bali, bis der Rückflug im Kalender steht. Die letzten Kokosnüsse am Strand, die erste Unterkunft für den Herbst bereits besichtigt und gebucht. Jeder salzige, scharfe Maiskolben und jedes fancy Frühstück wird nochmal ordentlich genossen. Wir hoffen, dass die nächsten Monate schnell ins Land gehen und wir all das wieder erleben dürfen.
Eine Nacht in Kuala Lumpur, bis München ruft. Und ich nach sooo vielen Monaten Mama und Papa wiedersehe (ich hab euch lieb!).
Doch der Aufprall ist auch beim dritten Mal Heimkommen extrem hart. Jetlag, Fieber und ein Weltenwechsel, der einfach umhaut. Asien und Deutschland kann man nicht vergleichen. Ich vergesse nicht den ersten Gang über den Stadtplatz: Grau, eiskalt, windig und leere Gesichter. „Ahhh ich will weg hier … wo kann ich bitte umdrehen.“









5) Mai: Bayerische Normalität & Arbeit für zwei (Straubing)
So langsam gehört das Frieren und die mäßige Laune wieder zum Alltag. Die erste schlimme Woche Zuhause ist überstanden. Aber was ist mittlerweile eigentlich Zuhause? Und wie ertragen wir Deutschland noch so eine lange Zeit? Es wird eine neue Zerreißprobe für uns.
Die guten News: Ich bekomme zwei neue Retainer-Kunden hinzu, ein großer Kunde erweitert. Meine Arbeitstage werden länger. Und länger. Und länger. Der Schreibtisch führt eine innige Beziehung mit mir.



6) Juni: Zwischen 10.000 Schritten & Thailand-Sehnsucht (Straubing)
Der Juni bringt wieder etwas höhere Temperaturen und Leichtigkeit in unseren Alltag. Stadtfeste, Biergartenbesuche, Wiedersehen, Lesen am Weiher. Es könnte wirklich schlechter sein. Die neuen Zusammenarbeiten spielen sich ein, dennoch bleibt die Arbeitsdichte enorm. Um das Pensum zu schaffen, gehe ich jeden Tag 10.000 Schritte. 100 Tage lang, bis in den September hinein. Alex treibt mich ordentlich an (danke dafür!). Daraus entsteht mein „Walk & Talk“-Format, bei dem ich mit anderen LinkedInern virtuell gemeinsam gehe und anschließend darüber schreibe. Kommt an und tut gut!
Was bleibt: Die Sehnsucht nach Thailand, nach dieser Wärme, nach diesem Lebensgefühl, nach diesen Menschen.








7) Juli: Schärding is calling (Straubing)
Seit bald 3 Jahren arbeite ich rein remote. Habe meine Kunden noch nie live gesehen. Bis ich für ein Seminar in Oberösterreich gebucht werde. Ich mache mir Tage vorher bereits ins Hemdchen, habe Respekt vor diesem Termin. Und doch geht alles gut (danke Marco). Ein kleiner Meilenstein, der mich ein bisschen wachsen lässt. In einer traumhaften Kulisse, mit ganz lieben Menschen. Eine tolle Erfahrung zwischen österreichischer Brotzeit und Lust auf LinkedIn.



8) August: Eine neue Liebe ist … (Straubing, Paphos)
Das Straubinger Volksfest kratzt uns erstmalig so gar nicht. Wir laufen mal drüber, thats it. Da ist kein Leben, das wir mit Alkohol vergessen müssen. Da ist nur die Vorfreude auf ein neues Abenteuer: Zypern. Die Katzen-Insel (miau, miau, hörst du mich schreien …). Und: Wir machen einen Katzen-Sit. Auch einer meiner großen Höhepunkte in diesem Jahr. Ich öffne morgens die Türe und es maunzt aus allen Richtungen. Freue mich über jeden Tiger, den ich glücklich machen kann.
Und genieße die griechischen Tavernen, die langen Spaziergänge am Meer, die Zikaden, die Hängeschaukel auf der Terrasse und Danis höhenverstellbaren Schreibtisch. Träumchen!






9) September: Kreative Geisterhand & Abschiede (Paphos, Straubing)
Wir bleiben bis zum 7. September. In dieser Zeit läuft LinkedIn fast wie von Geisterhand. Ich knüpfe tolle neue Kontakte (Grüße an Patrick gehen raus) und gehe zum zweiten Mal in diesem Jahr viral. Zypern befeuert meine Kreativität. Als der letzte Tag gekommen ist, sitze ich mit Bauchschmerzen im Flugzeug. Ich spüre, das ich hier irgendwie ein bisschen hingehöre.
Zwischen Zypern und dem erneuten Aufbruch nach Asien liegen nur etwa 3 Wochen. 3 Wochen, die voller Vorbereitungen stecken. Abschiede, die jedes Mal schmerzen. Von Freunden, aber besonders von Mama und Papa (autsch). Kurz vor unserer Abreise bekommen sie Zuwachs, Balu, das Katzen-Findelkind (der kleine Schmusetiger tröstet etwas).
Unsere gemeinsame Zeit ist kurz, denn am 29. September ist bereits der nächste Flug gebucht …



10) Oktober: Mall-Overkill & lila Himmel (Bangkok, Canggu)
14 Tage Bangkok werden eine Herausforderung für mich. Es ist laut, es ist hektisch, es ist einfach nicht mein Ding. Großstadt eben. Manu will täglich gefühlt drei Malls besuchen (aber witzigerweise nichts kaufen). Mich nervt es von Tag zu Tag mehr. Kleine Seelen-Insel: Der Lumpini-Park mit all seinen mächtigen Waranen. Als wir dann endlich nach Bali weiterfliegen, bin ich erleichtert. Lila Himmel. Reihenhäuschen. Läuft! Dachte ich jedenfalls …






11) November: Geplatztes Träumchen & zu kleine Schuhe (Canggu)
Wir sind anfangs von dem Reihenhäuschen so begeistert, dass wir direkt für das Frühjahr zwei Monate fix buchen (Spoiler: Fail). Es gibt uns endlich die Luft, die wir brauchen. Nicht eng auf eng, sondern eine Prise Luxus. Eines nachts poltert es in der Nachbarwohnung gewaltig, jemand kocht um 2.00 Uhr, läuft wild die Treppe hoch und runter. Als wir irgendwann beschließen zu klopfen, passieren unschöne Dinge. Wir werden beschimpft, bedroht, angegriffen und schaffen es nur dank eines Sicherheitsmannes aus der Situation heraus.
Mit diesem Tag ist die Leichtigkeit raus. Die Angst sitzt in den Knochen. Ich brauche eine ganze Zeit, um wieder zur Normalität zurückzukehren. Und wir merken: Bali ist es nicht mehr. Es ist nicht mehr unser Zuhause. Zu voll, zu laut, zu fake. Der Schuh scheint wohl einfach zu klein geworden zu sein …





12) Dezember: Türkisblaues Meer & halb solo (Canggu, Samui)
Die letzten Wochen auf Bali verbringen wir in der alten, einfachen Unterkunft. Es war schon immer etwas schwierig dort: Ein kleiner dunkler Raum. Aber: Ein traumhafter Garten. Wir Frugalisten wollten mal wieder an der falschen Stelle sparen. Und mussten feststellen: FEHLER. Denn die Bedingungen hatten sich nochmals stark verschlechtert. Das Internet läuft so semi (Horror für einen digitalen Nomaden) und die Straße nebenan lässt uns kaum eine Nacht durchschlafen. Das Ganze findet seinen Höhepunkt, als ein riesiger Gecko Manuels Kopf wiederholt als sein Klo betrachtet … es dauert, aber irgendwann sieht auch Manu ein, dass wir wegmüssen. Wir verbringen die letzten Tage im Nachbarhotel, bis es endlich wieder nach Samui geht.
Und: Der Dezember sollte noch zum schwierigsten Monat des Jahres für uns werden. Ein Familienstreit bringt ordentlich Unruhe in unsere Beziehung. Ein Fass, das mächtig überläuft. Brüche. Missverständnisse. Unterschiedliche Sichtweisen. 3 Wochen leben wir auf Abstand. Ich mache einfach mein Ding. Gehe das erste Mal alleine essen. Stemme Gewichte, die ich zuvor nie gestemmt hätte. Um ehrlich zu sein: Keine einfache Zeit!
Erst die Feiertage bringen etwas Normalität zurück. Und nun sitze ich hier, am türkisblauen Meer und schreibe diese Zeilen.






SUMMA SUMMARUM AUS 2025:
→ Die Stadt ist nicht mein Biotop.
→ Geld ist geil, aber verkauf nicht dein Leben.
→ Eines Tages ende ich als Katzen-Oma (100 %).
→ Ich passe immer weniger in den „deutschen Rahmen“.
→ Finanziell auf eigenen Beinen zu stehen bedeutet für mich Luxus und Freiheit.
→ Spare nicht an der falschen Stelle (wie in unserem Fall Wohnraum). Der Reichste am Friedhof zu sein lohnt nicht.
→ Rücksichtslose Menschen werden die vorherrschende Spezies (überall Leute, die laut ihre Video schauen … merkst du das auch?).
→ Menschen steigen in deinen Lebenszug ein und wieder aus. Das ist ok und du kannst den Prozess nicht aufhalten. Manchmal ist es schmerzlich, aber es muss so (be like water, my friend).
→ Du bist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen du dich am meisten umgibst. Achte darauf, wer in deinem engeren Kreis ist. Qualität vor Quantität. Je näher du dir selbst kommst, desto kleiner oftmals dieser enge Kreis.
→ Je stärker du bei dir bist, je mehr du DEIN Ding durchziehst, desto mehr Gegenwind wird dir entgegenwehen. Wir fungieren alle als Spiegel zueinander. Vielleicht würde jemand gerne so leben wie du, traut sich aber nicht?
→ Last but not least: Sich zu versöhnen heißt, über den eigenen Schatten zu springen und das Ego einen Moment zu vergessen. Es geht nicht um Recht und Unrecht, sondern Begegnung auf Augenhöhe.
Vielleicht interessant?
BUCHTIPP: Soul Master, Maxim Mankevich
SPARQUOTE: Zwischen 50 und 80 %
BESTE ENTSCHEIDUNG: Bessere Wohnungen auf Reisen
BESTE ORTE: Koh Samui & Paphos
GRÖßTER HERZMOMENT: Ein Geständnis
GRÖßTER ERFOLG: Rekordumsatz und Steigerung meines Vermögens um 30 % (endlich 6-stellig)
GRÖßTE ERKENNTNIS: Der jetzige Moment ist das Resultat all deiner Entscheidungen.
GRÖßTE HERAUSFORDERUNG: Arbeitsdichte, Seminar, Entscheidungen treffen
GRÖßTER GAME CHANGER: Erdbeben
HIGHLIGHTS: Erding, Katzen-Sit in Paphos, Rückkehr nach Samui, jedes Kennenlernen, jedes Wiedersehen, jede Versöhnung, jedes Tier-Erlebnis (Cat-World, Lumpini-Park), jeder Abend im Sea Sun oder Treehouse, Walk & Talks.
Erzähl mir gerne: Wie war dein Jahr 2025?
Danke fürs Lesen!
Eure Nicole

Griaß di, i bind Nicole! Vor fast 3 Jahren Jahren haben wir unser Leben einmal auf links gedreht. Job gekündigt, selbstständig gemacht und Asien bereist. Seitdem schlägt die Reise-/Wärmesucht regelmäßig durch. Möglich ist das durch viele Arbeitsstunden, eine Prise Verrücktheit und unseren sparsamen Lebens-Stil. Ich teile meine Gedanken mit euch.

